Die Piratenpartei Deutschland… Macht denn das Sinn?

Der Wahlkampf wird derzeit in vollen Zügen von den Parteien in Deutschland vollzogen. Wie immer stellt man sich die Frage welches Parteiprogramm denn eigentlich sinnvoll realisierbar ist.
Aufgrund der großen Medienpräsenz bin ich auf die Webseite http://www.piratenpartei.de der Piratenpartei Deutschland gestossen um mir deren Parteiprogramm genauer anzusehen.

Ehrlich gesagt bin ich erstaunt auf was für Ideen man so alles als Partei kommen kann?!
- Bildung: Freies Wissen für alle, Wissen darf nichts mehr kosten und nichts mehr wert sein.
- Urheberrecht: Für privaten gebraucht soll das Urheberrecht hinfällig sein: Copy how much you can…
- Patentrecht: Erfindungsreichtum ist für den der Spass daran hat, denn ein Eigentum an seiner Erfindung wird ausgeschlossen

Als Informatiker kann man solche Parteipläne nur als “Geistige Spastik” betiteln. Denn wenn es nach dieser Partei geht, dürfte man in Zukunft keine Kreativen Arbeiten mehr leisten, da diese dann nichts mehr wert wären.
Es würde nur noch das zählen was man auch wirklich anfassen könnte, und alles was mit Wissen, geistiges Eigentum zu tun hätte, wäre hinfällig und nicht mehr vergütenswert.

Von der Piratenpartei wird es als Digitale Chance gesehen alles kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies trifft aber nur zu wenn mit Digitale Chance die Freikarte für Raubkopierer gesehen wird.

Nehmen wir doch mal das Beispiel eine aufwändigen Computerspiels. Welches Unternehmen sollte noch Kapital in die Entwicklung eines kostspieligen Projektes stecken, wenn danach jeder Internetuser die Software kostenlos herunterladen würde. Gut, ein Unternehmen müsste für das Computerspiel bezahlen, aber welches Unternehmen kauft schon Computerspiele? ;-)

Warum sollte ein Fotograf sich eine teure Ausrüstung kaufen um schöne Bilder zu fertigen, wenn er diese Tage später auf privaten Webseiten findet und nichts gegen die unlautere Nutzung unternehmen kann?

Warum sollte ein Erfinder noch Zeit in die Entwicklung von Sachen stecken, wenn seine Erfindung später von jedem billig Nachkopiert werden kann?

Immerhin ist bekanntlich die Entwicklungszeit und die Zeit sich Wissen anzueigenen das teuerste was ein Projekt angehen. Warum dann all das verschenken müssen? Wegen der Idee das alle Menschen über grüne Wiesen springen und glücklich sind, wenn es kein Recht an Wissen gäbe?

Von meiner Seite her kann ich von großer Sicherheit behaupten das ich solch ein Vorhaben nicht unterstützen werde, denn geistiges Eigentum muss auch Eigentum bleiben und nicht der Allgemeinheit gelten!


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2 Kommentare bisher »

  1. Flexi sagt

    am 29. August 2009 @ 08:13

    Ach, verdreh doch nicht alles.
    Du willst Informatiker sein?
    Die Begriffe “geistiges Eigentum” und “raubkopieren” sind doch schon widersinnig.

    Haette es so etwas wie g.E. in der Urgesellschaft schon gegeben, wären wir heute noch dort.
    Ah, der fängt mehr Tiere, wenn er sich versteckt? Das mach ich auch! Abmahnung.

    Und “Raub” ist Diebstahl unter Gewaltanwendung.
    Beim Kopieren wird eben nicht einmal gestohlen.
    Genau hier gehört piratig aufgeräumt.

    Ok, konkret, ein Beispiel, dasz jeder versteht: “Schnappi, das kleine Krokodil” wurde zu Platz 1 der Verkaufs-Chart nicht “obwohl”, sondern _weil_ es die ganze Zeit kostenlos auf wdr.de zum Download stand.
    Ohne die millionenfachen Downloads waer das Liedchen nie so bekannt geworden. Letzten Endes wird es dann auch massenweise gekauft.

    Kultur musz frei sein, dann kann auch der Kuenstler leben.
    Viele Kuenstler haben laengst gemerkt, dasz sie dank Internet keine Musikindustrie mehr brauchen, um ihre Werke zu verbreiten.
    Klar, dasz sich diese Industrie durch kraeftige Lobbyarbeit dagegen wehrt, ihre Ueberfluessigkeit einfach zu akzeptieren.
    Es war auch die Musikindustrie, die das Thema “Kinderpornographie” ins Spiel gebracht hat, das sollte man wissen.
    http://www.p2pconsortium.com/index.php?showtopic=13933
    Schlimm ist, dasz fuer diese Industrie unsere Grundrechte abgeschafft werden und Millionen von Menschen kriminalisiert werden.
    Fuer mich war die Grenze ueberschritten, als ein englisches Waisenhaus verklagt wurde, weil die Kinder Weihnachtslieder gesungen hatten – statt diese zu kaufen.
    Diese Industrie verdient es, auszusterben.

  2. Mario sagt

    am 30. August 2009 @ 12:40

    Ich bin mir wohl bewusst was Urheberrecht betrifft siehe meinem Fall http://to-you.de.

    Ich sehe es einfach so: Wenn sich jemand die Arbeit macht “geistige Dinge” zu schaffen, sollte es auch sein Eigentum bleiben.
    Und in deinem Beispiel des Weihnachtsliedes ist es einfach so das sich jemand die Arbeit gemacht hat das Lied zu schreiben und bei einer öffentlichen Aufführung wird es eben verwendet ohne die Rechte daran zu haben.

    Es mag schon sein, das die kostenlose Veröffentlichung von Liedern wie bei Schnappi einen großen Boom auslösen kann, aber das sind nur einzelfälle. Wenn man zukünftig alles kostenlos im Privatbereich nutzen könnte, wo wäre dann die Grenze?

    Warum darf “geistige Arbeit” im Privatbereich nichts mehr kosten?

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